Rückblick: CES 2019 #GADGETS & VISIONEN

Rückblick von Benjamin Bischof – Content Manager

Nur Gadgets und Visionen?

LG zeigt nicht nur aufrollbare Monitore an der CES, sondern versucht auch, das Herz des Bierliebhabers zu gewinnen.

Mit HomeBrew bringt LG ein Kapselsystem à la Nespresso für selbstgebrautes Bier auf den Markt. Wobei selbstgebraut (Betonung auf selbst) in etwa so zutreffen dürfte wie selbstgemahlen bei einer Kapselkaffeemaschine, denn mehr als einen Knopf drücken muss man eigentlich nicht. Immerhin: Das Bier wird wirklich gebraut und nicht nur aufgegossen, der Prozess dauert zwei Wochen (5 Liter) und kann via App überwacht werden. Zum Start wird es fünf Sorten geben: India Pale Ale, American Pale Ale, Stout, belgisches Witbier und natürlich das Pilsener. Ob die Koreaner damit den hiesigen Gaumen beeindrucken können, bleibt abzuwarten. Für einen passionierten Selbst-Brauer dürfte dieses Konzept allerdings an Blasphemie grenzen, obschon sich LG damit an den «anspruchsvollen Bierliebhaber» richtet, der «den üblicherweise beim Heimbrauen nötigen Aufwand scheut».

Zukunftsmusik – 5G

Dinge wie ultraschnelles mobiles Internet, künstliche Intelligenz (KI), virtuelle Realität, das Internet der Dinge (IoT) und autonome Maschinen sind immer wieder Themen, die uns die Tür in eine bisher ungekannte Dimension der Vernetztheit öffnen. Damit lassen sich neue Wege beschreiten. Vom autonomen Hafenterminal über High-Tech-Brillen für Ärzte bis hin zu menschenunabhängiger Gerät-zu-Gerät-Kommunikation kann vieles neu gedacht werden. Dafür braucht es natürlich eine entsprechend sichere, stabile und leistungsstarke Infrastruktur. Diese wird nun mit 5G kommen und soll bis Ende 2020 von einem Grossteil der Schweizer Bevölkerung genutzt werden können.

Für uns bedeutet das in einem ersten Schritt einmal schnelleres mobiles Internet. Mittel- und langfristig wird so die Infrastruktur der Zukunft geschaffen. Die Liste möglicher Anwendungen ist lang und wohl noch lange nicht fertig: Drahtlos angebundene, selbständige Fabriken, Sensortechnik, Verkehrsüberwachung und Optimierung, im Dienstleistungsbereich, im Sektor der öffentlichen Sicherheit, im Gesundheitswesen, in der Finanzbranche, Gaming, interaktives Entertainment und generell für Monitoring. Also für eigentlich alles. Unser Leben wird ortsunabhängiger und v.a. unsere alltäglichen Aktivitäten werden automatischer. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie bestellen ein Paket bei STEG, könnten es in Echtzeit verfolgen und die Drohne, die das Paket bringt, genau dorthin bestellen, wo Sie gerade sind.

Swisscom und Sunrise testen 5G im Moment und wollen die neue Technik bald an den Endkunden bringen. An der CES wurde der erste kommerzielle 5G-Kunde der USA vorgestellt: Clayton Harris aus Houston, Texas bekam von Verizon einen 5G-Router installiert. Damit erreicht er eine Bandbreite von knapp 700 Megabit pro Sekunde, punktuell habe er Spitzenwerte von über 1 Gigabit erreichen können. 700 Megabit entsprechen 140 gleichzeitig möglichen HD-Streams von Netflix (gemäss Netflix: 5Mbps für einen HD-Stream).

Solche Bandbreiten mögen für den Privatgebrauch jetzt noch absurd erscheinen. Wenn aber weiterhin immer mehr Geräte ans Netz kommen und immer mehr übers Netz steuerbar sind, dann ist es nur eine Frage der Zeit. Zum Vergleich: Gemäss Akamai surfen Herr und Frau Schweizer im Jahr 2017 mit durchschnittlich 21,2 Megabit pro Sekunde und lag damit im weltweiten Vergleich auf Platz 5.

Wenn man sich nun vor Augen hält, dass auch Autos immer smarter werden und mit dem Smartphone oder der Smartwatch und dem Internet an sich verbunden sind, um beispielsweise fortlaufend Wartungs- und Systeminformationen an die Garage Ihres Vertrauens zu schicken oder mit anderen Fahrzeugen während der Fahrt zu kommunizieren, so liegt es auf der Hand, dass enorme Bandbreiten, geringe Latenzen und ein äusserst stabiles Netz bereitgestellt werden müssen. Das alles bringt 5G und das erst noch bei einem 90% geringeren Stromverbrauch als 4G. Man darf also gespannt sein auf die Dinge, die da kommen mögen.

Aufrollbarer Fernseher von LG

Wenn es nach LG geht, kann man seinen Fernseher künftig in die Versenkung schicken, wenn man ihn mal gerade nicht braucht. Mit dem Signature OLED TV R (Modellbezeichnung 659R) kündigt LG noch dieses Jahr ein solches Gerät an. Der 65-Zöller kann demnach in seinem Sockel versteckt werden – oder auch als dekorativer/informativer Bildschirm zu einem Drittel ausgefahren werden. Der TV kommt mit intergrierter Alexa, Google Assistant und 4K-Auflösung. Der Preis hingegen wurde noch nicht kommuniziert, man kann mit einer Ansiedlung im oberen Preisbereich rechnen.

Rückblick CES 2019 von Benjamin Bischof

Content Manager

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