Rückblick: CES 2019 #GAMING

Rückblick von Benjamin Bischof – Content Manager

CPU- und Grafik-Updates

An der diesjährigen CES in Las Vegas präsentiert AMD eine neue Grafikkarte und die neue Ryzen-Generation und stellt damit Intel und Nvidia auf die Probe. Werfen wir einen genaueren Blick auf die CPU- und Grafikkarten-Neuheiten:

Neue Prozessoren

Intel komplettiert mit dem i3-9100 und weiteren CPUs die neunte Generation Ihrer Prozessoren. Neu gibt es Modelle ohne integrierten Grafikchip, zu erkennen am Zusatz «F» hinter der Modellbezeichnung. Wobei «nicht integriert» nicht ganz richtig ist, der Chip ist physisch verbaut, jedoch nicht aktiviert. Der Zusatz «K» steht übrigens für die Möglichkeit der Übertaktbarkeit.

Während Intel seine Produkt-Palette der neunten i-Generation erweitert, stellt AMD gleich eine neue Prozessorgeneration vor, nämlich die dritte seiner Ryzen-CPUs– oder einfacher: Matisse. Das bisher Neue daran ist die 7nm Fertigung, welche Intel mit höchstens (oder wenigstens) 10nm noch nicht im Angebot hat. Die Fertigungsgrösse bezeichnet die kleinst-möglich herstellbare Strukturgrösse (Kantenlänge) in der Halbleitertechnik von in diesem Fall 7 Nanometer (Zum Vergleich: ein menschliches Kopfhaar ist in etwa 0,05 Millimeter oder 50’000 Nanometer dick).

Auch die voraussichtlich Mitte dieses Jahres erscheinenden AMD-Prozessoren brauchen sich nicht zu verstecken. An der CES demonstrierte AMD-Chefin Lisa Su die Leistungsfähigkeit der dritten Generation. Im Cinebench R15 Benchmark schlägt der AMD-Chip mit 8 Kernen und 16 Threads einen gleich bestückten Intel i-9000 knapp mit 2057 zu 2040 Punkten, wobei betont wurde, dass der Ryzen-Prototyp noch nicht mit finaler Taktfrequenz lief.

7nm auch auf der Grafikkarte

Mit Radeon VII stellt AMD eine neue High-End Grafikkarte vor, welche bereits in weniger als einem Monat zu kaufen sein soll (7. Februar). Somit hätten wir auch die erste Gaming-GPU in 7nm Fertigung auf dem Markt. AMD verspricht, dass die neue Karte in Sachen 3D-Perfomance mit der RTX 2080 gleichziehen wird – bei einem tendenziell eher günstigeren Preis von ca. 700 Dollar. Die Radeon VII ist im Wesentlichen mit dem Rechenbeschleuniger Radeon Instinct MI50 vergleichbar, richtet sich aber vor Allem an Gamer und nicht an Serverbetreiber.

Die Grafikkarte die nominell der Nachfolger der GeForce GTX 1060 ist, soll in der Leistung einer GeForce GTX 1070 Ti entsprechen. Der verbaute TU106 Chip ist auf 1’920 Shader-Einheiten reduziert und das Speicherinterface ist 192Bit tief, im Gegensatz zur GeForce RTX 2070 mit 256Bit. Die Founder’s Edition wird bei der GeForce RTX Serie nur von Nvidia so genannt und direkt auf deren Webseite verkauft. Die Grafikkarten Hersteller haben Ihre Referenzmodelle anders benannt. Der Launch der angepassten Modelle ist bereits erfolgt und man findet bereits eine breite Auswahl an Artikeln bei uns im Sortiment. Die günstigsten Modelle starten bereits bei 379.90 CHF und die Gaming Modelle die sich übertakten lassen bewegen sich bis auf ca. 520.00 CHF.

Gaming Hardwarekonzepte

Neues aus Taiwan: Sowohl Asus mit dem RoG Mothership, wie auch Acer mit dem bereits an der IFA 2018 als Prototyp ausgestellten Predator Triton 900 versuchen mit neuen Konzepten die Gamer-Szene zu überraschen. Aber was kann man davon erwarten?

Asus RoG Mothership

Ein Gaming-Tablet? Das könnte man beim Anblick des neu vorgestellten Asus RoG Mothership GZ700 durchaus denken. Etwas dabei gedacht hat sich auch Asus. Denn mit dem Verschieben der Rechenpower von unter der Tastatur hinter das Display lässt Asus mehr Luft an die Komponenten und verspricht so eine bessere Kühlung. Technisch ist das Mutterschiff auf dem aktuellsten Stand, es kommt mit übertaktbarem i9-8950HK, GeForce RTX 2080, bis zu 64GB RAM und bis zu drei NVMe-SSDs im RAID-Verbund daher. Zwei von drei SSDs sind direkt am Prozessor verbaut, die Chipsatz-Anbindung kann also nicht zum Flaschenhals werden. Das Display misst 17,3 Zoll und bietet eine FullHD-Auflösung, natürlich mit G-Sync bei 144Hz und 3ms Reaktionszeit. Die RGB-Tastatur lässt sich abkoppeln und alle wichtigen Anschlüsse sind vorhanden. Fraglich ist, wieso man ein 17 Zoll Notebook – Entschuldigung, ein 17 Zoll Convertible– kauft, wenn man durchaus auf ein bewährtes RoG-Notebook zurückgreifen kann. Immerhin wiegt das GZ700 doch stolze 4,7kg. Es gab aber auch Besucherstimmen die sagten «Ich wusste nicht, dass ich so etwas brauche – bis ich es ausprobiert habe.» Gut möglich also, dass das 2-1-Konzept bei einem Hands-On mehr Sinn macht, als es dem Papier den Anschein macht. Asus gibt noch keinen Verfügbarkeitstermin bekannt und kommuniziert den Preis mit der Angabe «hoch».

Acer Predator Triton 900

Einen ähnlichen Weg schlägt Acer in der Predator genannten Gaming-Linie mit dem Triton 900 an. Hier lässt sich das Display resp. die Tastatur nicht abnehmen. Dafür gibt Acer vier Modi an, in welche das Gerät bewegt werden kann: Einen Displaymodus, bei dem der Bildschirm nach hinten gekippt wird. Einen Zeltmodus, bei welchem das Display nach vorne, über das Tastatur-Chassis gezogen wird. Einen Standmodus, welcher für ein Tablet-ähnliches Erlebnis sorgt, sowie natürlich den klassischen Laptop-Modus. Dank des «Ezel Aero» genannten Scharniers, soll der Wechsel zwischen den verschiedenen Modi fliessend sein, RGB inklusive. Das Triton 900 wiegt nur knapp die Hälfte des Asus Motherships und bietet mit 4K eine bessere Auflösung (inklusive G-Sync). Auch sonst braucht sich das Gerät von Acer nicht zu verstecken: i7, bis zu 32GB RAM und ebenfalls eine GeForce RTX 2080 sorgen für ordentlich Power. Hier sind die SSDs allerdings auf dem Board verbaut, womit unter Umständen nicht die volle Performance abgerufen werden kann. Das Triton 900 soll im März auf den Markt kommen und ab circa 4’000 Franken zu haben sein.

Ein Monitor, weiter als das Auge reicht

«Zu grosse Displays gibt es nicht» dachte sich wohl HP, als sie den Gaming-Monitor Omen X Emperium 65 in die Pipeline brachten. Dies mag womöglich auf Fernseher zutreffen, wo man einige Meter entfernt sitzt. Aber 65 Zoll Bilddiagonale (das sind stolze 1,65m) etwa einen halben Meter vor den Augen haben: Ist das angenehm und vor allem sinnvoll?
Trotz dieser berechtigten Zweifel hat der Monitor aber alles, was man sich wünschen kann: Eingebautes Nvidia ShieldTV, eine integrierte Soundbar, 4K, G-Sync, 144Hz und 4ms Reaktionszeit. Bleibt nur zu hoffen, der Gamer kann seinen Kopf in ähnlich kurzer Zeit drehen. Das PC-System muss, aufgrund der sehr hohen zu transportierenden Datenmengen, DisplayPort 1.4 direkt ab GPU unterstützen. Als Mindestanforderung gibt HP eine GTX 1050 an, wobei nicht mal das aktuelle Flaggschiff RTX 2080 Ti alle Games in 4K so schnell beschleunigen dürfte.

Apropos Fernseher: Mit dem kommenden HDMI-Standard 2.1 wird es ebenfalls möglich sein, 4K in 120Hz auf den Schirm zu bringen. Da lohnt es sich auf ein entsprechendes OLED-Gerät zu warten, statt rund CHF 5’000.- (!) für diesen bald hinfälligen Monitor auszugeben. Plus: Bei TV-Geräten gibt es auch eine individuellere Auswahl an verschiedenen Bildschirmdiagonalen, sollten beispielsweise auch 55 Zoll genügen. Oder 42 Zoll.

Rückblick CES 2019 von Benjamin Bischof

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