Google Stadia

Die Zukunft des Gamings?

Streamen ist die Zukunft, streamen ist gut, so zumindest der allgemeine Tenor der Branche. Das dachte sich auch Google und lanciert mit Stadia noch dieses Jahr eine Cloud-Gaming-Plattform. Fluch oder Segen? Let’s take a closer look!

Die rückläufigen Erträge des Onlinewerbegeschäft bekommt gerade auch Google zu spüren. Nach YouTube Music und Premium wurde nun Google Stadia angekündigt. Hierbei handelt es sich um eine Cloud basierte Plattform die plattformunabhängiges Gaming ermöglicht. Der Clou dabei: Sämtliche Rechenarbeit findet in der Cloud statt. Nur ein Videostream wird zum Client übertragen, dabei ist es egal ob dies ein TV, PC, Tablet oder Smartphone ist (solange Google Chrome drauf ist). Auch der Stadia-Controller wird direkt mit dem Rechenzentrum verbunden und nicht mit dem Clientgerät. Google sichert aber die Unterstützung einer Vielzahl von Controllern zu.
Der neu entwickelte Stadia-Controller, der noch nicht von der FCC geprüft wurde, sieht aus wie eine Fusion des Playstation und Xbox Controllers. Der Google Assistant ist ebenfalls mit an Bord und soll sich nahtlos ins Erlebnis einfügen. So kann man die KI beispielsweise nach Lösungswegen fragen, sollte man im Spiel nicht weiterkommen. Mit dem Capture-Button lässt sich die Session privat, eingeschränkt oder öffentlich auf YouTube streamen. So will Google sich als Alternative zu Twitch etablieren. Twitch gehört bekanntlich zu Amazon.

Specs, Vorteile und Nachteile

In Stadia, resp. in den diversen über den Globus verteilten Stadia-Knoten ist eine spezielle entwickelte AMD GPU verbaut die eine Rechenleistung von 10,7 Terraflops und hat somit mehr Power als PS4 und Xbox One zusammen.
Als Mindestanforderung an den eigenen Internetanschluss hält Google folgendes fest:
1080p @ 60 FPS soll mit 25 Mbps möglich sein. Für 4K @ 60 FPS sollen nur 5 Mbps mehr, also 30 Mbps ausreichend sein. Google betont auch dass sie weiter an Komprimierungsverfahren arbeiten. Wobei eine 30er Leitung in der Schweiz in den meisten Gebieten kein Problem darstellen dürfte.
Ein Vorteil ist der ständige Zugang zu seinem Spiel inkl. Spielstände, egal wo und von welchem Gerät aus. Die physische Verpackung und ein Download des Spiels entfallen ebenfalls komplett. Für Sammler und Liebhaber mag dies auch als Minuspunkt gewertet werden.
Für Causal-Gamer hört sich das nach einer idealen Lösung an. Wie zufriedenstellend es in der Praxis läuft, muss sich zeigen. Hat man clientunabhängig ein vergleichbares Erlebnis? Latenz und Ping? Hardcore Gamer dürften sich zumindest anfänglich skeptisch gegenüber Google Stadia zeigen. Einen Versuch ist es sicher Wert, der erste Monat oder das erste Spiel wird wohl gratis sein, wie man es von Streaming Angeboten kennt.

Was wird’s für Games geben?

An der Keynote zeigte Google die beiden Titel Assassin’s Creed: Odyssey von Ubisoft sowie Doom: Eternal aus dem Hause ID Software. Im Gegensatz zu Playstation Now müssen die Spiele auf Google Stadia portiert werden, können also nicht unverändert einfach in der Cloud laufengelassen werden. Laut Google Vize Phil Harrison wurden bereits an über 100 Entwickler DevKits verteilt. Auch die Portierung auf Google Stadia scheint sich aufwandsmässig in Grenzen zu halten, so hat id-Software nur einige Wochen gebraucht, um Doom: Eternal auf die Google Infrastruktur anzupassen.
Daneben sind die Engines Unity und Unreal sowie Google Custom Tools für Entwickler auf Google Stadia verfügbar. An der Auswahl an Games dürfte es demnach schon mal nicht scheitern.

Abo-Modelle noch unklar

Über Kosten und Abo-Modelle schweigt sich Google noch aus. Ob es ein «Netflix für Spiele» mit einer Flatrate wird oder ob man für jedes Spiel einzeln bezahlen muss, ist noch offen.
Google Stadia wird noch dieses Jahr an den Start gehen. Apple hat mit Arcade vor kurzem ebenfalls einen Gaming Dienst vorgestellt.

Benjamin Bischof

Content Manager

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