Mainboard & Sockel

Welches Board hat welche Features?

Welche CPU passt auf welchen Sockel? Welcher Arbeitsspeichertakt ist der passende zum ausgewählten Chipsatz?
Die passende CPU ist aber nur die halbe Miete. Genauso wichtig ist ein Mainboard mit kompatiblem Sockel und den gewünschten Features.
Klären wir zuerst die Begrifflichkeiten.

Mainboard

Das Mainboard, auch Motherboard genannt, ist die zentrale Platine des Computers. Daher auch die deutsche Bezeichnung Hauptplatine. Alle Geräte, die für den Betrieb eines Computers notwendig sind (und auch die, die es nicht sind), sind auf dem Mainboard angebracht oder daran angeschlossen. Sämtliche Anschlüsse des Computers laufen ebenfalls auf dem Mainboard zusammen.

Aktuell dominiert die ATX-Bauform mit den darauf basierenden Formfaktoren nach wie vor den Markt. Und das seit 1996, was in Computerjahren eine Ewigkeit ist. Dies ist auch der Grund, weshalb es zum Standard wurde im Bereich des Computer Assemblings. Wenn Sie sich spontan ein Mainboard aus dem Kopf vorstellen, wird es ziemlich sicher ein ATX sein.

Weitere verbreitete Mainboard-Formate sind Mini ITX und das etwas grössere Micro ATX für Small-Form-PC oder Thin-Clients und E-ATX für die grossen Tower-Gehäuse.

Intel plante das ATX-Format durch das neue BTX-Format abzulösen. Dies hat sich auf dem Markt allerdings nie durchgesetzt und wurde 2007 durch Intel wieder vom Markt genommen.

Prozessor-Sockel und Chipsatz

Der Sockel ist die Fassung für den Prozessor, welche diesen auf der Hauptplatine fixiert. Über die Zeit gab es diverse Sockeltypen. Derzeit wird der Sockel LGA1151 in Verbindung mit Intel Core-i-, Pentium- und Celeron-Prozessoren und deren Chipsätzen verwendet, welchen es in drei Serien gibt: 100er, 200er und die aktuelle 300er Serie, die jeweils eine unterschiedliche Standardfrequenz beim Arbeitsspeicher unterstützen. Diese Taktfrequenz bezieht sich auch auf den Arbeitsspeicher (= RAM). Wenn ein Board als Standardfrequenz 2400MHz angibt, bedeutet das, dass der Chipsatz am besten mit dieser Frequenz funktioniert und bis zu dieser Geschwindigkeit stabil laufen kann. Es können aber schnellere RAMs eingesetzt werden, das Board wird dabei übertaktet und kann daher im Betrieb auch instabil werden. Das heisst aber nicht, dass, wenn man schnellere RAMs nimmt, diese instabil laufen müssen. Im Normalfall ist ein stabiler Betrieb gewährleistet. Dank sogenannter XMP-Daten kann das Board den Takt des RAMs auslesen und stellt sich selbständig darauf ein.

Eingeführt wurde der Sockel LGA1151 im Juli 2015 als Nachfolger des 1150er Sockels. Zukünftige Architekturen sollen gemäss Intel auf diesem Sockel aufbauen.

Ebenfalls anzutreffen ist der 2017 eingeführte Sockel LGA2066 welcher das High-End Segment bedient und für Intels Core-X-Serie vorbehalten ist.

Das passende Board finden

100er Serie

Die 2015 eingeführte Serie bietet Unterstützung für die sechste Generation der Intel Core-i-Prozessoren. Nach einem Update, welches man mit einer 6th Gen CPU machen muss, kann man in der Regel auch einen der siebten Generation einsetzen

Die 100er Serie bietet keine USB 3.1 Unterstützung und kann je nach Mainboard mit DDR3L oder DDR4 Arbeitsspeicher ausgestattet werden.

200er Serie

Von Haus aus wird die siebte (und sechste) Generation der Core-i-Serie von den 200er Mainboards unterstützt und werden mit DDR4 RAM ausgestattet.

300er Serie

Die seit Frühjahr 2018 erhältliche 300er Serie ist für alle Intel Core-i-CPUs der achten und neusten neunten Generation gerüstet und unterstützt darüber hinaus den neuen USB 3.1 Standard. Hinweis: Bei den ersten Mainboards der 300er Serie muss mit Hilfe eines Prozessors der 8. Generation ein BIOS Update durchgeführt werden, damit die 9. Generation der Core-i-Prozessoren unterstützt wird. Alle neu gekauften Boards haben dieses Update bereits installiert.

Für die 300er Serie wird zwingend DDR4-Arbeitsspeicher benötigt.

Die Sockel LGA1151 CPUs sind für Dual-Channel ausgelegt und können maximal 4 Speichersteckplätze ansprechen. Der maximale Speicherausbau bei diesen Chipsätzen ist 64GB. Es wird empfohlen immer mindestens zwei identische RAM Module zu verwenden.

Chipsatz

PCIe Lanes (3.0)

CPU

DIMM-Steckplätze

Takt

Übertaktung

B360

12x

Intel Core-i 8. oder 9. Gen., Intel Pentium, Intel Celeron

4

2666 MHz

eingeschränkt

H370

20x

Intel Core-i 8. oder 9. Gen., Intel Pentium, Intel Celeron

4

2666 MHz

eingeschränkt

Z370

24x

Intel Core-i 8. oder 9. Gen., Intel Pentium, Intel Celeron

4

2666 MHz

Ja

Z390

Intel Core-i 8. oder 9. Gen., Intel Pentium, Intel Celeron

4

2666 MHz

Ja

Eine Auswahl an aktuellen Mainboards:

Z300-Serie übertaktbar

Z-Boards sind bei Gamern sehr beliebt aufgrund der vielen Features und hohen Leistung. Ebenfalls sehr beliebt sind die RGB-Features, mit welchen das System effektvoll in Szene gesetzt werden kann.

Extreme Serie, übertaktbar

Wer High-End ohne Kompromisse will greift auf ein Board mit 2066er Sockel zurück, muss dann aber auch zwingend einen Intel Prozessor aus der Extreme Serie draufsetzen. Dies sind alle Prozessoren mit einem X oder mit XE am Ende der Modellbezeichnung. Diese CPUs haben alle einen offenen Multiplikator und lassen sich somit übertakten. Zudem können mit einem 2066 Sockel in Verbindung mit dem X99 (2133 MHz) oder X299 (2666 MHz) Chipsatz bis zu 44 PCIe Lanes adressiert werden, ist also klar besser für zwei Grafikkarten im SLI-Verbund geeignet, die jeweils 16 PCIe Lanes belegen. Die bei Sockel 1151 verwendeten Chipsätze unterstützten nur 28 Lanes, daher könnte in einem SLI Verbund nicht die vollständige Leistung abgerufen werden.

Weiteres Leistungsmerkmal dieser Mainboard Serie: Die Mainboards verfügen über bis zu 8 RAM Steckplätze und können maximal 128GB Arbeitsspeicher betreiben. Wichtig hierbei ist, dass der Prozessor ebenfalls mit acht Speichermodulen umgehen kann. Es gibt bei den CPUs für den LGA2066 Sockel auch Modelle die maximal vier Module ansprechen können. Die meisten CPUs für den LGA2066 Sockel sind für Quad-Chanel ausgelegt, ein sogenannter Chanel kann bis zu zwei Speichermodule ansprechen. Daher kommt man auf maximal 8 RAM Steckplätze bei diesem Sockel. Hier wird empfohlen mindestens vier identische RAM Module zu verwenden.

Achtung, heiss!

Zig Millionen Operationen die Sekunde brauchen Energie. Diese Energie äussert sich auch in Form von Hitze. Daher wird auf den Prozessor eine spezielle Wärmeleitpaste aufgetragen. Auf den Prozessor und die Paste wiederum wird die Kühleinheit direkt aufgesetzt und montiert. Die Kühlung kann mit einem Luftkühler (Ventilator) oder noch besser mit einer Wasserkühlung (geschlossen oder individuell) realisiert werden. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag zu Wasserkühlsystemen.

Das Mainboard selbst wird passiv über wärmeleitende Elemente gekühlt und profitiert zudem vom der Systemlüftung, genau wie auch der Arbeitsspeicher und die restlichen Systemkomponenten.

Unter dem Strich

B360 oder H370 (oder ähnliche 300er Boards) für Office- und Home-Systeme.

Z370 oder Z390 für Performance-hungrige und Gamer

X99 oder X299 für High-End Enthusiasten

Allenfalls müssen Sie, wie wir beim Verfassen dieser Zeilen, die vielfältigen und komplexen Informationen erst etwas sacken lassen. Aber mit diesem Wissen können Sie das richtige Mainboard auswählen. Die STEG-Techniker in Ihrer Filiale stehen Ihnen bei Unklarheiten kompetent zur Seite.

Willkommen an Board!

Entdecken Sie Mainboards mit Sockel 1151 und 2066 und passende RAM-Module im STEG Shop

Francisco Soutullo

Kategorie Manager Komponenten

Werner Haas

Kategorie Manager Prozessoren

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