Michi testet Arlo

Arlo
Netgear Arlo

Arlo – der smarte Türsteher

So, nun ist es also da. Mein erstes Gadget welches ich als Master of Gadgets von STEG erhalte und meine persönlichen Erfahrungen mit euch teile. Es handelt sich dabei um das Sicherheitssystem Arlo Ultra. Im Set dabei ist die Basisstation sowie eine 4K Überwachungskamera. Okay, ihr werdet nun denken was ein Überwachungssystem mit einem Gadget zu tun haben soll. Sehr viel – wie ihr in folgendem Erfahrungsbericht sehen werdet.

Das Set selbst kommt in einer formschönen Würfelbox. Beim Auspacken fällt mir sofort auf, wie schwer die kleine Kamera ist. Zwecks Anbringung der Kamera ist einzig eine Magnethalterung beigelegt (sowie Schraube und Dübel für die Halterung selbst), ob das dann wohl hält – ich bin skeptisch. Zudem hat es neben der Basisstation diverse Adapter, einen Sticker mit der Aufschrift «Protected by Arlo» und – ich staune – ein Netzwerk-Kabel.

Auspacken, montieren und einrichten

Für was das Netzwerk-Kabel wohl benötigt wird, frage ich mich. Nach kurzer Inspizierung der Schnellstartanleitung erfahre ich, dass die Basisstation kabelgebunden ans Netzwerk anhängt werden muss. Nix mit Einbindung ins WLAN. Zum Glück habe ich gerade noch einen Port auf meinem Switch frei und kann die Station dort anhängen. Schade ist nirgends die Anforderung erwähnt, dass die Basisstation per Kabel eingebunden werden muss.

Die Grundeinrichtung ging anfangs ganz flott und problemlos. Die Basisstation wird sofort von meinem Smartphone resp. von der Arlo-App erkannt. Erst als ein Firmware Update der Basisstation verlangt wird, wird’s etwas mühsam und funktioniert nicht wie man sich das vorstellt. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit – nichts von wegen 5 Minuten wie angegeben und der Prozess hat sich wohl sogar aufgehängt. Auf jeden Fall musste ich die Smartphone-App drei Mal neu starten bis endlich das Update abgeschlossen wurde und sich die Basisstation wieder meldet. Die restliche Einrichtung war danach denkbar einfach. Die Kamera wurde sofort nach Einsetzen des Akkus erkannt und eingebunden.

Die Halterung

Die Magnethalterung habe ich dann über unserer Eingangstüre angebracht. Nach einer Woche in Gebrauch hält diese die Kamera immer noch einwandfrei. Aber ich bleibe skeptisch, ob diese Konstellation auch einen richtigen Sturm so überlebt. Eine Recherche im Internet zeigt mir, dass ich nicht der Einzige mit den Befürchtungen bin respektive, dass bei Einzelnen der Fall (wortwörtlich) auch schon eingetreten ist. Auf Ebay findet man dafür spezielle Halterungen für die Kameras. Ich verzichte aber vorerst mal drauf.

Die Arlo Ultra Kamera hält was sie verspricht. Superscharfes Bild in 4K, ein Weitwinkel, der gefühlt denjenigen einer GoPro Kamera übertrifft und auch Audio wird sehr gut hörbar übertragen. Auch ein HDR-Modus ist an Board, welcher das Bild mit detailreichen Kontrasten liefert (High Dynamic Range). Aber ich muss gestehen, dass ich keinen Unterschied wahrnehmen kann. Sollte es dunkel sein, so aktiviert die Kamera auch einen «Night Vision»-Modus.

Smart – Tag und Nacht

Sehr interessant sind auch einzelne Funktionen, welche neu dazugekommen sind im Gegensatz zu den vorherigen Modellen. So erkennt das System beispielsweise was sich dem Haus nähert – Personen, Auto oder doch nur ein Tier. Die Einordnung dabei funktioniert erstaunlich gut. Äusserst brauchbar ist zudem die Möglichkeit, einen «Autozoom» zu aktivieren. So wird automatisch bei der Videosequenz auf die Person, das Fahrzeug etc. gezoomt und wenn sich das bemerkte Objekt bewegt, folgt die Kamera ebenfalls. Neu ist es auch möglich, dass Aktivitätszonen definiert werden. Dabei kann man beispielsweise eine Strasse, auf der regelmässig Autos fahren von der Überwachung ausschliessen.

Sobald die Kamera sich im «aktiven»-Modus befindet und sich etwas im Überwachungsbereich bewegt, schaltet sie sich in den Aufnahmemodus und ich werde per Push-Nachricht auf dem Smartphone informiert. Die Info enthält natürlich die aufgenommene Videosequenz. Darüber hinaus werden alle Aufnahmen in einer Bibliothek in der Cloud gespeichert und sind – zumindest im ersten Jahr – für 30 Tage abrufbar. Danach kostet das Cloud-Abo je nach gewähltem Plan zwischen 10 und 15 Franken pro Monat und kann direkt auf der Herstellerseite abgeschlossen werden.

Nächtlicher Besuch – festgehalten mit Arlo

Die App

Innerhalb der App habe ich verschiedene Möglichkeiten, wie ich auf eine Bewegungserkennung reagieren möchte. Einerseits lässt sich ein Live-Bild aufschalten, per Audio (quasi eine Gegensprech-Anlage) kommunizieren oder ein Licht aktivieren. Ebenfalls möglich ist das Starten einer Sirene, welche in die Kamera eingebaut ist – das habe ich aber nicht ausprobiert. Die App warnt mich auch, ich solle das nicht in geschlossenen Räumen ausprobieren. Zudem habe ich die Option, per Knopfdruck eine der (bei der Einrichtung) definierten Kontaktpersonen zu informieren.

Spannend sind auch die Möglichkeiten der Smart Home Integration. Arlo bietet Wege, über ein Google Home oder Amazon Alexa Gerät mit Bildschirm den Videofeed live auf diesem anzuzeigen. Mit IFTTT habe ich auch die Möglichkeit, dass direkt bei einer Erkennung (Video wie Audio) eine andere Aktion gestartet wird. So ist möglich, dass automatisch die Philips Hue Lampen im Erdgeschoss angehen, wenn jemand sich unserem Haus nähert. Den Ideen und Möglichkeiten sind mit IFTTT-Integration damit fast keine Grenzen gesetzt.

IFTTT? Dabei handelt es sich um einen Dienstanbieter, mit welchem individuelle Verknüpfungen und bedingte Anweisungen zwischen Webanwendungen realisiert werden können. IFTTT ist eine Abkürzung für «If This Then That» und wird «ift» ausgesprochen. Nebst Smart Home Automatisierungen lassen sich damit auch banalere, aber nützliche Dinge wie «Hinzufügen von Songs in Spotify, die ich auf YouTube geliked habe» wahrnehmen. Probieren Sie’s doch mal aus.

Erweiterte Konfiguration

Damit aber der Alarm respektive die automatische Erkennung nur dann aktiv ist, wenn es auch sinnvoll ist, kann man mittels Geofencing Regeln erstellen. Das funktioniert so: Wenn sich ein Smartphone der Bewohner dem Haus nähert oder im Haus ist, wird die Überwachung deaktiviert. Dies kann individuell und für mehrere Geräte definiert werden.

Ebenfalls sind Zeitpläne möglich. So habe ich eingerichtet, dass wenn ich oder meine Frau zu Hause sind, sich die Kamera deaktiviert. In der Nacht ab 23:00 ist die Kamera dann jedoch wieder aktiv. Voraussetzung für Geofencing ist jedoch, dass die Smartphone-App im Hintergrund aktiv bleibt. Bei meinem Huawei musste ich das separat einrichten. Wenn die App nicht aktiv ist, funktioniert das Geofencing logischerweise ebenfalls nicht und komischerweise haben bei mir zudem die Push-Nachrichten nicht mehr funktioniert. Ich habe sie erst erhalten, nachdem ich die App Stunden später geöffnet habe. Daher ist es nicht unerheblich, dass die App kontinuierlich im Hintergrund läuft, was unter Umständen auf dem Handy konfiguriert werden muss. Am besten mal ausprobieren, wie es sich verhält.

Fazit

Was mir am Arlo-System gefällt

  • Die Kamera ist toll. Das Bild ist kristallklar und der Weitwinkel erfasst wirklich alles
  • Das System respektive die Smartphone App ist sehr einfach und intuitiv gehalten. Da sollten auch Nicht-Nerds damit klarkommen
  • Das System ist erweiterbar. So können bis zu 19 weitere Kameras angehängt werden und es gibt weiteres Zubehör wie eine Türklingel und LED-Leuchte
  • Nach über einer Woche in Betrieb (und auch Testbetrieb, in dem erfahrungsgemäss mehr läuft als sonst) hat die Kamera noch immer 93 Prozent Akku

Was mir am Arlo-System nicht gefällt

  • Die Aufnahmen haben immer eine gewisse Verzögerung. So starten die aufgenommenen Videos erst wenn die Person beispielsweise schon bei unserer Haustüre ist, obwohl die Kamera die Person schon weit vorher gesehen haben müsste
  • Für den Aufbau der Live-Übertragung braucht das System ca. 20-30 Sekunden und die Video-Übertragung selber hat dann eine Verzögerung von ca. 2 Sekunden. Zuerst hatte ich das Gefühl, es hängt an einer schwachen Verbindung zwischen Basisstation und Kamera. Dies ist jedoch nachweislich nicht der Grund. Mit dieser Verzögerung ist es mühsam, eine Konversation über die Gegensprech-Funktion zu führen.
  • Eventuell ist es nur ein Problem bei mir, aber als die Smartphone-App nicht im Hintergrund lief, erhielt ich keine Push-Nachrichten.

Was für mich kein Problem ist, aber möglicherweise für Sie

  • Die Aufnahmen der Kamera werden automatisch in der Cloud gespeichert. Wie sich das bei einer Cloud gehört, weiss man nicht wo diese Daten liegen. Mit dem Kauf eines Sets erhält man automatisch ein Jahr lang Arlo Premium. Dies ist eine Cloud-Funktion, welche die Speicherung der Aufnahmen ermöglicht. Nach einem Jahr müsste man ein jährliches Abo ab 120 Franken abschliessen. Ohne dies hat man zwar noch eine Gratis-Variante. Bei dieser kann man aber nur 5 Kameras anschliessen und die Aufnahmen werden nur für 7 Tage gespeichert.
michimaurer1edit-smallerres

Michi Maurer
Master of Gadget
Mehr über mich

© 2019 STEG Electronics AG

Log in with your credentials

Forgot your details?