Michi testet Lenovo Smart Clock

Lenovo Smart Clock

Lenovo Smart Clock mit Google Assistant – MoG User Review

Vor ein paar Wochen bin ich schon mal über die Lenovo Smart Clock im Internet gestolpert. Auf den ersten Blick habe ich den Mehrwert eines smarten Weckers nicht gesehen. Aber im Netz findet man doch den einen oder anderen Kommentar wo der Wecker sehr gut wegkommt. Da lag es nahe, dass ich als Master of Gadgets (MoG) hier mal selbst zu Werk gehe. Vorweg kann ich sagen, dass die Lenovo Smart Clock das Motto «keep it simple» exzellent umsetzt. Warum und wie sich das Teil im Vergleich zu andere Google Home Geräten schlägt, lest ihr nachfolgend.

Wer meine Reviews liest, weiss dass ich ein grosser Fan des Google Home/Assistant Ökosystem bin. Neben Google Assistant habe ich privat in der Vergangenheit auch Amazon Echo, Apple Siri und Microsoft Cortana immer mal wieder getestet. Von der Spracherkennung und Funktionen bin ich aber länger desto mehr überzeugt, dass Google die Nummer 1 ist und vor allem bleiben wird. Aus meiner Sicht handelt es sich in diesem Markt um ein klassisches «the winner takes it all». Je besser deine Geräte sind, desto mehr Leute benutzen diese, desto mehr Daten können gesammelt werden, desto besser kann man die Geräte und deren «Intelligenz» trainieren. Weil darum die Geräte besser werden, nutzen mehr Benutzer das System. Und weiter dreht sich die Spirale.

Bis jetzt bin ich im Besitz mehrerer Google Home Mini, eines Google Home Hub sowie Android Smartphones. Im Auto nutze ich Android Auto (mit direkter Integration des Google Assistant). Mittlerweile gibt es auch Geräte, welche den Google Assistant nutzen, aber nicht direkt von Google stammen. Eine relevante Position hat sich hier Lenovo schon früh geschaffen.

Unboxing

Die Lenovo Smart Clock kommt in einer unscheinbaren, aber trotzdem schicken Verpackung. Beim Auspacken kam dann der erste Aha-Moment. Von Bildern im Internet hatte ich das Gefühl, dass der Wecker wesentlich grösser sei. In Tat und Wahrheit ist der Wecker aber sehr klein. Ich fragte mich, ob der nicht etwas gar klein sei. Ich kann es aber vorwegnehmen: Ich denke der Wecker hat die perfekte Grösse. Wiederum überrascht war ich, als ich den Wecker dann aus der Packung rausgenommen habe. So bringt das Teil doch das eine oder andere Gramm auf die Waage, fühlt sich aber sehr wertig an und liegt angenehm in der Hand. Die Rückseite ist mit einer Art Stoff überzogen. Es handelt sich dabei um das Gleiche Material wie auch bei Google Home Mini & Hub. Auch wenn es schlussendlich trotzdem künstliches Material ist, so schafft dieser Pseudo-Stoffbezug doch bei allen Google Geräten ein angenehmes Feeling. Bezüglich Verpackung noch eine Anmerkung: Was ich leider bis heute nicht verstehe, warum die Geräte alle noch in einer Vollplastik-Verpackung eingewickelt sind. Auch hier ist dies der Fall! Braucht es das wirklich? So sollte doch die Verpackung schon genug schützen? In den Zeiten von Umweltschutz & Co. dürfte man das ruhig mal hinterfragen.

Inbetriebnahme

Den Smart Wecker also ausgepackt und an den Strom angeschlossen. Hier dann etwas Negatives. So verwendet die Lenovo Smart Clock keinen gebräuchlichen USB Stecker, sondern einen proprietären Stromstecker. Dieser wird natürlich mitgeliefert und ist CH-kompatibel. Aber irgendwie stören mich mittlerweile solche proprietären Stecker einfach.

Nach Anschluss an den Strom dauert es ungefähr eine Minute bis die Oberfläche des Weckers gestartet ist. Achtung – nicht erschrecken: Wenn man das Gerät an den Strom hängt, braucht es ca. 15 Sekunden bis überhaupt mal etwas auf dem Display angezeigt wird.

Nach Aufstarten kommt das übliche Google Assistant Setup Prozedere. Dies bedeutet, dass man ein Smartphone oder Tablet (ich habe die Einrichtung mit einem iPad vorgenommen) für die Einrichtung zwingend verwenden muss. Falls man schon andere Geräte in Google Home hat, ist die Einrichtung eine Sache von Minuten. Nach Verbindung der smarten Clock mit der App wird automatisch auch gleich das neuste Firmware Update heruntergeladen. Dies dauert rund 10 Minuten – zeitweise hat der Vorgang bei mir gehangen (bei ca. 70 %) und ich habe schon befürchtet ein Absturz sei erfolgt.

Lenovo Smart Clock

Im Anschluss finalisiert man das Einrichtungsprozedere. Wie immer muss man dem Gerät einen Namen geben (Tipp: sinnvoll wählen, sonst kanns Chaos geben… 😉) Ebenfalls muss man die Spracheinstellungen definieren. Ganz interessant: eine Sprache «Deutsch Schweiz» oder ähnliches gibt es nicht. Das überrascht jetzt nicht so extrem. Wenn hingegen «Deutsch Österreich» ausgewählt werden kann, staune ich aber schon ein bisschen 😊. Das war’s dann aber auch schon mit Starteinrichtung. Ab diesem Zeitpunkt reagiert der Wecker auf den bekannten «Ok Google» Zuruf.

Die Soundqualität des Weckers ist für die geringe Grösse aus meiner Sicht absolut in Ordnung und kann problemlos mit einem Google Home Mini oder einem besseren Smartphone Lautsprecher mithalten. Übrigens: wer mal Privatsphäre möchte: an der Rückseite des Weckers gibt es eine Feststelltaste, mit welcher man das Mikrofon physisch abschalten kann.

Funktionen

  • Sie kann fünf verschiedene Zifferblätter anzeigen. Diese können nicht angepasst oder erweitert werden. Auch keine zusätzlichen können heruntergeladen werden. Bei einzelnen Ziffernblättern wird das aktuelle Wetter angezeigt. Die Helligkeit der Anzeige kann automatisch gesteuert werden (aufgrund eines Lichtsensors) oder selbst fix eingestellt werden.
  • Mit einer Fingergeste kann ein «Quickmenü» aufgerufen werden. Dabei kann man ein (leider nur ein) Gerät definieren, welches über das Display gesteuert werden kann. Konkret habe ich die Philips Hue Lichter des Schlafzimmers auf die Verknüpfung gelegt und kann so über den Touchscreen die Lichter löschen respektive anschalten. Theoretisch würde dies natürlich auch (sogar flexibler) über die Stimme gehen. Wenn aber nebendran die Ehefrau schläft, wird sie es wohl schätzen (oder zumindest nicht genervt aufgeweckt) wenn man dies lautlos macht…
  • Es können verschiedene Wecker eingestellt werden. Dabei kann eingestellt werden mit was für einer Melodie man geweckt werden möchte (ca. 15 zur Auswahl). Beim Aufweckvorgang kann man definieren ob sich das Display des Weckers vor Wecktermin erhellen soll (so wie das Lichtwecker machen), sowie ob man bei Wecktermin automatisch die Google Morgenroutine erhalten möchte. Dabei fasst der Google Assistant automatisch die wichtigsten Dinge zusammen (Verkehr, Wetter, Termine etc.)
  • Ein Chromecast Empfänger ist eingebaut. So kann man wie gewohnt Musik, Podcasts etc. direkt auf die Clock streamen. Wichtig: Es wird dabei nur der Audiostream unterstützt. Auch wenn ein Display vorhanden ist, werden keine Videos abgespielt. Auf dem Display wird dabei einfach das Cover eines Albums/Podcasts angezeigt. Unterstützt wird auch ein Zeit Timer, dass sich die Clock selbst abschaltet
  • Last but not least, unterstützt die Clock das gewohnte Frage/Antwort Spiel des Google Assistant. Dabei wurden alle meine gebräuchlichen Dienste vollumfänglich unterstützt. So kann ich alle Lichter steuern (Philips Hue), Musik ohne Smartphone abspielen (Spotify etc.), aber auch die Einkaufsliste füllen (Bring)

That’s it. Anfangs war ich etwas ernüchtert. Das war’s jetzt schon? Im Vergleich zu einem Google Hub (ebenfalls mit Display, aber grösser) wird doch das Potential gar nicht ausgenützt?!

Fazit & Vergleich mit anderen Google Assistant Geräten

Nachdem ich den Wecker nun ein paar Tage im Betrieb habe, muss ich jedoch sagen, dass der Funktionsumfang genau perfekt ist. Was will ich im Schlafzimmer ein Google Home Hub mit grossem Display? Ich möchte einen Wecker, der mich zuverlässig weckt (✔️), ab und zu zum Schlafen Musik abspielt (✔️) und falls notwendig die üblichen Google Assistant Frage/Antworten unterstützt (✔️). All dies macht die Lenovo Smart Clock vorbildlich. Ein Google Smart Hub wäre aus meiner Sicht überdimensioniert und kann zu viel. Okay, wenn man Youtube Clips im Bett sehen möchte, wäre es vielleicht sinnvoll 😉. Habe ich aber kein Bedürfnis dafür. Der Google Home Mini kann dafür keinerlei Zeit oder sonstige Infos anzeigen, weil schlichtweg ein Bildschirm fehlt.
Darum denke ich, ist die Smart Clock das perfekte Zwischending. Lenovo hat sich hier sehr sinnvoll positioniert. In direkte Konkurrenz zu den Googlen Geräten zu gehen, wäre wohl ein hoffnungsloses Unterfangen. Als Einstieg ins Google Home Ökosystem würde ich aber in jedem Fall nicht die Lenovo Smart Clock empfehlen, sondern eher einen Google Home Hub oder Google Home Mini.

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Michi Maurer
Master of Gadget
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