Michi testet Robo-Spielzeug

Clemetoni Robomaker, Lego Boost

Clementoni RoboMaker & Lego Boost

Master of Gadgets Review

Als Master of Gadgets bin ich natürlich grosser Fan von Gadgets und den neusten Technologien und möchte möglichst viel ausprobieren. Da könnte es naheliegend sein, dass auch der Nachwuchs das eine oder andere dieser Gene vererbt erhalten hat. Uns als Eltern ist es aber auch wichtig, dass unsere Kinder schon früh mit digitalen Themen in Berührung kommen. Dabei meine ich jetzt nicht stundenlanges Gamen, sondern sie sollen sich mit aus meiner Sicht wichtigen Themen wie Roboter, Computer, «Computational Thinking» & Co. auseinandersetzen, aber auch erleben wo die Limitationen sind. Da wohl viele andere Eltern wie meine Frau und ich denken, ist in der Spielzeugindustrie in den letzten Jahren ein wahrer Regen von «sinnvollen» Digitalisierungsspielzeugen auf den Markt gekommen.

Darum kommen diesen Monat mal meine Kinder zum Zug: Die Masterli of Gadget. 😊

Für meine 7-jährige Tochter haben wir das Lego Boost Set ausgewählt, für meinen 9-jährigen Sohn das Clementoni Robomaker Set. Um es vorweg zu nehmen, ich kann beide Sets vollumfänglich empfehlen. Meine Kinder hatten grossen Spass, und ebenso der Vater! Man sollte aber unbedingt die Altersempfehlungen beachten, sonst wird aus Spass schnell Frust.

Lego Boost

Unboxing

Wer Lego kennt, erlebt hier keine grosse Überraschung. Die Schachtel ist völlig überdimensioniert für das was drin ist. Das ist aber nichts neues und mittlerweile bei allen Lego Sets Standard. Ich frage mich immer wieder, ob es die Hersteller wohl nicht günstiger kommen würde, wenn sie die Pakete kleiner machen würden – Stichwort Verpackungsmaterial und Transportkosten. Ist es so, dass aufgrund der grossen Verpackungsmasse mehr verkauft wird? Wie auch immer, am Schluss sind es dann rund 850 Teile in 11 Plastiksäcke verteilt. Auffälligstes Inhaltsstück ist sicherlich der Lego Boost Hub wo alle Motoren und Sensoren angehängt werden. Neben dem Hub hat es einen interaktiven Motor sowie einen Farb-/Abstandsensor. Eine Anleitung oder ähnliches ist nichts dabei. Lego setzt ein Smartphone/Tablet voraus ohne das geht nichts. Sehr hungrig ist der Lego Boost bezüglich Stroms. So werden gleich sechs (!) AAA-Batterien benötigt.

Clementoni RoboMaker

Unboxing

Mein Sohn hat schon ein paar andere Sets von Clementoni erhalten. Es gibt kleinere Sets, welche sich für Kindergeburtstage sehr gut eignen. Aus diesem Grund hatte ich aber auch grosse Vorbehalte bezüglich der Qualität und war neugierig, was nun daherkommt. Meine Befürchtungen waren vorderhand aber unbegründet. Wie beim Lego Set ist zwar die Box überdimensioniert, jedoch hat es genügend «Ware» drin und die Teile sehen auch qualitativ okay aus. Positiv auffällt, dass ein umfangreiches Büchlein enthalten ist, welches sehr detailliert die Funktionsweise von Robotern und die Programmierung des Robomaker aufzeigt. Das fand sogar ich interessant. Jedoch ist auch hier keine Bauanleitung enthalten. Auch hier wird ein Smartphone/Tablet vorausgesetzt, im Gegensatz zum Lego Set brauchte ich jedoch einen Moment, bis ich das verstanden habe. Klar formuliert wird das nirgends. So bin ich auf die Clementoni Webseite gegangen und habe schon mit dem Druck des PDF begonnen, bis ich dann zum Zeit überbrücken die App heruntergeladen habe und merkte, dass auch dort die Bauanleitungen hinterlegt sind. Zudem dachte ich anfangs auch, die Steuerplatine sei vergessen gegangen. Bis ich dann merkte, dass diese (eigentlich sehr sinnvoll) in der Zwischenwand und gut geschützt platziert ist.
Neben der Steuerplatine und den Bauteilen ist im Set eine Box für die Steuerplatine, Lautsprecher, 2 Motoren sowie ein IR-Sensor enthalten. Man merkt hier gut, dass das Robomaker Set für ältere Kinder gedacht ist. Auch hat alles ein wenig mehr den «Elektro-Touch» – sei es durch die Kabel wie auch durch die Platine.

Aufbau

Beide Sets ähneln sich sehr stark im Aufbau und dem «Betrieb». Bei beiden Sets wählt das Kind aus, welches Robotermodell gebaut werden soll. Beim Lego Set kommt es aus meiner Sicht nicht drauf an. Aushängeschild des Lego Boost Sets wäre eigentlich «Vernie – the Robot», den liess meine Tochter aber ziemlich kalt. Dafür stürzte sie sich sofort auf «Frankie – the Cat». Man muss Lego attestieren, dass sie hier verschiedene Roboter mit Emotionen geschaffen haben. Das merkt man auch später, wenn man mit dem Modell spielt.

Beim Robomaker Set ist es zwar auch möglich, dass man aus mehreren Robotermodellen auswählen kann, jedoch ist hier die Idee mehr, dass man mit einem eher einfachen Modell startet und die folgenden Modelle dann als fortgeschrittene Variante baut. Entsprechend steigt hier auch der Schwierigkeitsgrad. Bei Lego Boost ist aus meiner Sicht der Schwierigkeitsgrad (wenn man überhaupt von schwierig sprechen kann) bei allen Modellen gleich.

Der Zusammenbau ist bei beiden praktisch analog. In der App wird man durch verschiedene Schritte geführt, welche sehr genau aufzeigen, was man machen muss. Die Apps bieten hier auch einen Vorteil, welchen gedrucktes Papier nicht bieten kann. So ist es möglich, die Modelle und Anleitungen in 3D anzuschauen und sich darin im 3D-Raum zu drehen und zu zoomen wie man will. Grossartig, das hilft oft sehr. Die Anleitung bei Lego nimmt das Kind aus meiner Sicht noch etwas mehr an die Hand, weil immer wieder mit Zwischenschritten gearbeitet wird. So baut man beispielsweise zuerst mal das «Fahrwerk» und testet dieses dann mit der App, woraufhin dann weitergebaut wird. Beim Clementoni geht’s eigentlich einfach von Schritt 1 bis 210. Ich denke aber, dass dies insbesondere für ältere Kinder sogar angenehmer ist.

Beim Zusammenbau merkt man aber auch Unterschiede zwischen den beiden Sets. Auch wenn die Teile von der Form her sehr ähnlich sind (ich behaupte jetzt mal keck, dass sich Clementoni sehr stark an Lego orientiert), so sind die Lego Bauteile schon viel qualitativer. Mir ist es sogar passiert, dass ein Clementoni Teil gebrochen ist. Ich denke das sollte eigentlich nicht sein. Auch müssen einzelne Teile zuerst aus einer Plastikhalterung herausgetrennt werden und haben unschöne «Grate». Zudem braucht es oft sehr viel Kraft für den Zusammenbau beim Robomaker Set. Mein 9-jähriger wäre hier ohne meine Hilfe aufgeschmissen gewesen. Hier merkt man schon die Qualität von Lego. Meine 7-jährige hat «Frankie – the Cat» ohne meine Hilfe, völlig selbständig zusammengebaut – ausser wenn sie mal wieder ein Teil nicht gefunden hat.

Spielen / Programmierung

Auch beim Spielen mit den Robotern könnte man meinen, es handelt sich um das gleiche Set. Es funktionieren beide praktisch identisch. Mittels Tutorials lernt man, wie man die Roboter programmieren kann. Dies funktioniert ähnlich dem Blocky-Prinzip, bei dem man verschiedene Blöcke aneinanderreiht und Befehle mitgibt. Zu meinem Erstaunen haben das beide Kinder sehr schnell verstanden. Die Tutorials in den Apps sind aber wirklich auch gut gemacht und nehmen die Kinder an die Hand. Positive Randbemerkung: Beide Steuerungseinheiten haben sich problemlos – wenn das bei anderen Gadgets doch auch immer so wäre – und beim ersten Mal über Bluetooth verbunden.
Danach hat man mehr oder weniger freie Hand und kann alles mit den Robotern machen. Bewegen, auf Interaktion reagieren, Geräusche machen. Es war interessant, was meine Kinder damit anstellten. Ein wesentlicher Unterschied, der mir noch auffiel ist der, dass beim Robomaker die Steuerplatine auch direkt Sound erzeugen kann. Beim Lego Boost hingegen kommt der Sound aus dem verbundenen Smartphone.

Eigentlich wäre jetzt die Idee, dass man die Sets wieder auseinandernimmt und ein nächstes Modell baut. Das ist auch das primäre Prinzip des Robomaker. Denn es werden beim ersten Modell gar nicht alle Sensoren gebraucht. Mein Sohn war da auch sehr interessiert daran, weiterzubauen. Für meine Tochter hingegen war klar, dass «Frankie» gar nirgends hin geht und so bestehen bleibt, auch wenn Papi da eigentlich noch gerne andere Modell ausprobiert hätte 😉.

Fazit

Ich würde beide Sets sofort weiterempfehlen. Beim Robomaker Set – welches eher für ältere Kinder ist – spürt man eher einen «Ausbildungs»-Touch, wohingegen beim Lego Boost Set mehr das Spielerische zum Tragen kommt. Das merkt man allein schon an den «herzigen» Robotermodellen und den Namen. Qualitativ sieht man aber schon einen Unterschied zwischen beiden Sets. Wo Lego draufsteht ist halt auch Lego drin. Hingegen muss man auch erwähnen, dass das Lego Set dafür wesentlich teurer ist. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man auch als Erwachsener am Robomaker Set Spass haben könnte – zumindest bin ich in Diskussion mit dem Junior, ob er ihn mir wohl abtreten würde 😊. Das Lego Boost Set hingegen überlasse ich gerne meiner Tochter.

Lego Star Wars - Boost Droide

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Master of Gadget Michi

Michi Maurer
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