Michi testet Sonys smarte Soundbar

Soundbar Sony HT-ZF9

Smart Soundbar Sony HT-ZF9 – Master of Gadget Review

Vor rund zwei Jahren habe ich mir einen neuen Fernseher gekauft. Mittlerweile gibt es qualitativ und technisch hochwertige Geräte zu sehr günstigen Preisen. Sei es 4K, HDR oder smarte Funktionen wie Apps etc. Alles wird mittlerweile auch im günstigen Segment angeboten. Was jedoch bei fast allen Geräten immer schlechter wird, ist die Qualität des Sounds respektive der verbauten Boxen. Teilweise hängt dies mit der schmalen Bauform der Flat-TVs zusammen, handkehrum bin ich der Meinung, dass viele Hersteller hier auch bewusst sparen. Audiophile Menschen haben unabhängig dieser Entwicklung schon immer ein zusätzliches Surround-Set ihr Eigen genannt. Diese Sets bestehen natürlich aus mehren Lautsprechern, insbesondere auch den «Back-Boxen». Nun gibt es aber auch vermehrt Leute – und dazu zähle ich mich – welche nicht ihr ganzes Wohnzimmer mit Boxen vollstellen wollen oder können und darum einfachere Lösungen suchen. Der WAF («Wife Acceptance Faktor») in Kombination mit Kindern lässt grüssen…

Ein Kompromiss für beide Anforderungen sind Soundbars. Diese Gerätekategorie ist in den letzten Jahren markant gewachsen. Aus diesem Grund liegt es nahe, dass ich als Master of Gadget eine coole Soundbar teste. Meine Kriterien waren hier sehr simpel. Toller Sound mit etwas Wums sowie Google Chromecast Unterstützung. Hierfür eignet sich die Sony HT-ZF 9 hervorragend wie der folgende Test zeigen wird.

Unboxing

Die Sony Soundbar kommt in einer markanten und schweren Schachtel daher. Wenn man die Schachtel so dastehen sieht, denkt man sich nichts weiter. Jedoch kann ich versprechen, dass da ein paar Kilo auf der Waage stehen. Als ich die Packung zuhause das erste Mal aufheben wollte und merkte wie schwer sie ist, tat mir der Pöstler doch grad ein bisschen leid. Er ist ja sonst schon ein bisschen ein Leidtragender, weil er so oft bei mir halten und Pakete bringen muss. Im Normalfall sind die Pakete aber nicht sehr schwer…

Beim Öffnen und raushieven der Soundbar hatte ich darum zuerst auch etwas Respekt. Das grosse Aha-Erlebnis kommt dann allerdings als ich die Soundbar hebe. Diese ist unerwartet leicht. Der «Bösewicht» ist hingegen der Subwoofer. Dieser ist erstaunlich schwer und massiv. Die Soundbar wirkt auf den ersten Blick auch ziemlich edel. Bei genauerem Hinsehen merkt man jedoch, dass sie aus Plastik ist (was wohl auch der Grund für das geringe Gewicht ist). Die Soundbar kommt mit optionaler, separater Abdeckung, welche aus Metall ist und fast gleich schwer ist wie die Soundbar selbst. Diese kann über magnetische Verbindungspunkte an der Soundbar befestigt werden. Das macht übrigens Spass. 😊

Soundbar Sony HT-ZF9
Soundbar Sony HT-ZF9

ohne Abdeckung

Soundbar Sony HT-ZF9

mit Abdeckung

Im Lieferumfang ist auch Fernbedienung sowie Kurzanleitung enthalten. Die Fernbedienung habe ich aber kaum benötigt, da die Soundbar sich (sofern bei Anschluss an HDMI-ARC) über die normale TV-Fernbedienung steuern lässt.
Der Anschluss der Soundbar und des Subwoofers ist denkbar einfach. Beide an den Strom anschliessen, Soundbar zusätzlich an den HDMI-ARC Anschluss des Fernsehers. Hier gilt es zu erwähnen, dass der HDMI Anschluss ungünstig gelegen ist und es jedes Mal ein ziemliches Gefummel ist. Was die Überlegung für diesen schräg gelegten Anschluss ist, erschliesst sich mir bis heute nicht. Man hätte auch einfach eine Einbuchtung machen können. Theoretisch wäre es auch möglich die Soundbar als «Passthrough» zu verwenden. Sprich, dass einzelne Geräte an den zwei HDMI Eingängen der Soundbar angeschlossen werden und danach über die Soundbar am Fernseher ausgegeben werden. Das habe ich aber ausprobiert und gleich wieder verworfen. Grund dafür ist, dass die Soundbar beim Starten automatisch (und es gibt keine, wirklich keine Möglichkeit dies zu deaktivieren) den Fernseher so steuert, dass die Oberfläche der Soundbar (respektive HDMI Anschluss beim TV wo die Soundbar angehängt ist) angezeigt wird. Das nervt nur und vor allem funktioniert es nur sehr bedingt mit Steuerungslösungen wie Logitech Harmony oder NEEO welche ich habe.
Neben den HDMI Anschlüssen gäbe es auch die Möglichkeit über einen optischen Anschluss sowie 3,5mm Klinken-Anschluss Geräte anzuschliessen. Zudem wird natürlich auch Bluetooth unterstützt.

Inbetriebnahme

Bei einer Soundbar denke ich darf und sollte man erwarten dürfen, dass diese möglichst schnell und einfach in Betrieb genommen kann. Und so ist es auch. Der Subwoofer verbindet sich innert Sekunden mit der Soundbar – ohne dass ich etwas machen muss. Die Soundbar ist danach auch in Kürze mit einem Schnelleinrichtungsprogramm eingerichtet. Soundbar benennen („Spoiler-Alarm“: wichtig für Google Chromecast und Assistant), WiFi einrichten und zu Abschluss Chromecast noch aktivieren. Hat bei mir alles problemlos und sehr smooth funktioniert. Toll!
Danach kam dann ziemlich schnell eine Aufforderung für ein verfügbares Firmware-Upgrade. So was mach ich bei erster Inbetriebnahme sowieso immer. Da habe ich dann aber Bauklötze gestaunt. Das Update ist ganze 190 MB gross (für eine Soundbar ohne grosse Funktionen!). Die angekündigte Installationsdauer wird mit 15-60 Minuten angegeben. Hossa – das ist mal eine Ansage.So habe die Aktualisierung halt gestartet. Am Schluss war es dann weniger schlimm als befürchtet und mit einer Dauer von 10-15 Minuten durchaus im akzeptablen Bereich. Zudem ging alles problemlos über die Bühne.

Funktionen und Soundqualität

Die Sony Soundbar verspricht nichts weniger, als dass mit einer flachen, einfachen Soundbar trotzdem ein 7.1 Surround Sound erreicht werden kann. Dies soll mit einer Technologie namens «Vertical Surround Engine» gemacht werden. Zudem werden alle momentan gängigen Soundtechnologien wie Dolby Atmos & DTS-X unterstützt.

Um einen raumfüllenden Klang zu erreichen, braucht es – zumindest war das meine naive Annahme – auch eine Funktion zum Ausmessen von diesem. Ich weiss, dass andere Hersteller solche Funktionen anbieten und ist es ja auch bei Kopfhörern mittlerweile oft so, dass so etwas eingesetzt wird. Die Sony Soundbar bietet hier aber gar nichts. Einzig kann man im Menü (aber sehr, sehr tief verborgen) den Abstand der Soundbar von den Personen/Sofa definieren.

So war ich dann doch etwas neugierig wie die Soundbar nun tönt. Darum via Apple TV und Netflix einen Film mit Dolby Atmos & 4k gesucht und abgespielt. Auch hier – wie damals beim Test der Kopfhörer – möchte ich erwähnen, dass ich alles andere als ein Audio-Guru bin.
Kurz: der Sound ist wirklich sehr eindrücklich und hat viel Tiefe (wenn man dem so sagen kann). Jedoch würde ich es nicht mit einem «richtigen» Surround System vergleichen. Wenn ich die Soundbar aber mit anderen vergleiche, welche ich früher gehabt habe, sind es schon grosse Unterschiede. Man hat auch die Möglichkeit die Vertical Surround Engine manuell zu deaktivieren und merkt dann den Unterschied. Ich finde es aber sehr schwierig zu beschreiben wie sich der Unterschied zusammensetzt. Jedoch fühlt sich der Sound raumfüllender an – ohne jedoch ein Full-Surround zu sein.
Die Soundbar hat einen kleinen LCD Screen welcher den aktuellen Betriebsmodus anzeigt (TV, HDMI etc.) und es gibt verschiedene Soundmodus (Cinema, Sport, Voice, Night). Insbesondere der Voice-Soundmodus hat in Filmen/Serien mit viel Stimmen subjektiv einen Mehrwert gebracht.

Smart Home Integration

Ein zwingender Faktor für eine Soundbar war für mich das Vorhandensein von Google Chromecast. Neben der Nutzung für den TV Konsum von Serien und Filmen, war wichtig, dass ich auch Musik sehr einfach mit der Soundbar abspielen kann. Neben Google Chromecast soll die Soundbar auch Spotify Connect unterstützen. Das hat bei mir aber überhaupt nicht funktioniert. Ich habe es mehrfach und mit verschiedenen Geräten probiert. Kein Erfolg. Glücklicherweise kann man aber in der Spotify App sehr einfach auf Chromecast switchen. Übrigens: Apple Airplay wird nicht unterstützt. Die meisten Apps bieten mittlerweile auch auf iOS eine Chromecast Unterstützung. Die Apple-eigenen Apps wie Apple Music hingegen leider nicht.
Richtig cool wird es dann, wenn man die Soundbar im Zusammenspiel mit Chromecast und Google Assistant/Home einrichtet und danach verwendet. So kann man die Soundbar zu den Geräten bei Google Home hinzufügen und ab diesem Zeitpunkt ist es möglich, mit einem Sprachbefehl à la «Spiele Metallica von Spotify auf der Soundbar» die Musik zu starten. Aber auch die Lautstärke, wie auch Steuerfunktionen (Pause, nächster Song etc.) lässt sich problemlos über Google Home steuern.
Kleine Anmerkung: Das Hinzufügen der Soundbar zu einem bestehenden Raum ist zwingend notwendig. Der Google Asssistant weigert sich beharrlich die Soundbar zu bespielen, wenn diese keinem Raum zugeordnet ist. Nur dass ihr dann nicht wie ich an eurem Verstand zu zweifeln beginnt….
Noch viel spannender wird es, wenn man die Google Home Funktionalität weiter nutzt. So ist es möglich andere Geräte mit der Soundbar zu einer Gruppe zu verbinden. So haben wir im Erdgeschoss neben der Soundbar auch einen Google Home Hub. In der Google Home App lassen sich diese Geräte (und zig weitere falls vorhanden) zu einer Gruppe zusammenfassen und gemeinsam steuern. So kann ich nicht nur die Soundbar allein mit Musik bespielen, sondern gleich den ganzen Raum mit einer Aufforderung à la ««Hej Google, spiele Metallica von Spotify auf Sound Erdgeschoss». In der Google Home App oder auf dem Screen des Home Hub kann man auch das Lautstärkeverhältnis der Geräte zueinander genau einstellen.
So ein Zusammenfassen von mehreren Lautsprechern ist nun nichts Revolutionäres. Das kann Sonos wenn ich richtig informiert bin schon lange. Einerseits ist es mit Google Home aber möglich Geräte von verschiedenen Herstellern miteinander zu kombinieren und anderseits kann man erweiterte Funktionen wie Routinen, Skills etc. von Google Assistant/Home damit nutzen. Das ergibt ganz neue Möglichkeiten und Anwendungsgebiete.

Fazit

Ich finde die Soundbar grossartig. Sie bietet einen tollen Sound mit dem gewissen Etwas – auch wenn nicht wie behauptet vollen 7.1 Surround. Mit der Integration in Google Home/Assistant über Google Chromecast bietet sie ganz neue Möglichkeiten und lässt mich über Sprachbefehle alles steuern.

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Michi Maurer
Master of Gadget
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